Jahresbericht 2025

2025 war für die Europa-Union Hochtaunus ein Jahr voller bedeutender Begegnungen und lebendiger Erinnerung an 75 Jahre Schuman-Rede. Mit hochkarätigen Gästen wie Thomas Mann und multimedialen Formaten wie „DokuLive“ rückten wir Europas Geschichte und aktuelle Herausforderungen erneut ins Zentrum. Neue Veranstaltungsformate – darunter unser erstes Europa-Pubquiz – brachten frischen Schwung und junge Menschen in den Austausch. Höhepunkte waren zudem unsere inspirierende Berlin-Reise sowie das Engagement für den Europäischen Wettbewerb an Schulen. Abgerundet wurde das Jahr durch spannende Zeitzeugnisse und eine Verjüngung im Vorstand.

Am Brandenburger Tor – auch ein Halt auf unserer Berlinreise.

Europa-Union Deutschland, Kreisverband Hochtaunus e.V. – Jahresbericht 2025

Das Jahr 2025 war ein besonderes, denn 75 Jahre zuvor setzte Robert Schuman mit seiner Rede am 9. Mai 1950 den Grundstein für die heutige Europäische Union. Das sollte auch bei unserem Programm zum Vorschein kommen.

Am 10. April hatten wir in der Stadthalle Oberursel Thomas Mann, den Ehrenvorsitzenden der Europa-Union Hessen zu Gast. Wie sehr sich die Welt verändert hat, seit ein neuer Präsident in den USA am Ruder ist, konnten wir konkret noch einmal zusammengefasst von ihm erfahren. Aber er beließ es nicht nur bei dem erneut gewählten US-Präsidenten, der die Welt durcheinanderwirbelt. Denn ihm war wichtig, zu dem Papier von Mario Draghi, dem ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, einiges zu sagen. Der hatte gerade ein 400-seitiges Dokument verfasst, um aufzuzeigen, was die EU ändern muss und mit welchen Kosten dabei zu rechnen sei, damit sie auf Dauer überhaupt weiter existieren könne.

In den Europawochen 2025 fand am 6. Mai eine besondere, nämlich multimediale, Veranstaltung in der Kronberger Stadthalle statt. Mit Unterstützung der Stadt konnten wir zu einer Vorstellung von „DokuLive“ vor allem junge Leute einladen. Auf einer Kinoleinwand gab es eine lebendige Ansichten aus der Entstehungsgeschichte der Europäischen Union mit Fotos, Clips und dem Moderator und Erfinder dieser multimedialen Vorstellung Ingo Espenschied. Er begann seine Erzählung mit dem 9. Mai 1950, als Robert Schuman, damals Außenminister Frankreichs, seine aufsehenerregende Versöhnungsrede gegenüber Deutschland hielt. Viele Schülerinnen und Schüler aus dem Kronberger Gymnasium und einige Erwachsene folgten diesem Event mit großer Aufmerksamkeit.

Dieses Jahr konnte der Kreis die Gemeinde Glashütten mit ihrem Ortsteil Schloßborn überzeugen, sich für den Europatag zur Verfügung zu stellen. Dieser fiel dieses Jahr auf den 10. Mai. Sehr überraschend war, wie es gelingen konnte, die Topographie der Gemeinde von Berg und Tal zu überwinden und eine „Europastraße“ auf der Höhe aufzubauen. Sie war schmal, bot aber rechts und links genügend Platz für die Stände - untergebracht in den üblichen Pagodenzelten – sowie ein großes Veranstaltungszelt am Beginn des Sträßchens. Die Atmosphäre war daher besonders fröhlich und offen für Gespräche. An die Kinder hatte man auch gedacht mit einem großen Spielplatz mit vielen Geräten unterhalb der Europastraße. Verbunden waren beide Ebenen mit einer sehr großen Metalltreppe. Dank unseres sehr engagierten Teams lief unser traditionelles Quiz wie geschmiert und zwei der Preisträger waren sogar vor Ort und konnten ihre Gewinne entgegennehmen.

Am 22. Mai haben wir auch im Rahmen der Europawochen zum ersten Mal etwas Neues angeboten: Unser Europa-Pubquiz im Kulturcafé Oberursel. Es war ein fröhliches Beisammensein mit allen, die Lust am Raten und Gewinnen hatten. Auch manches Neue konnte man dabei lernen. Im Rahmen des Quiz waren Fragen zu verschiedenen Schwerpunkten zu beantworten, die mit Europa und der Europäischen Union zu tun hatten. Es gab nette, kleine Europasouvenirs zu gewinnen.

Vom 11. bis 14. Juni begaben wir uns auf eine Bahnreise nach Berlin mit drei Übernachtungen in einem gemütlichen Hotel in der Nähe des Jüdischen Viertels. Dort begann der erste Tag mit einem Spaziergang zur Neuen Synagoge, dem alten Jüdischen Friedhof, der nicht mehr existiert, weil die Nazis die Grabsteine „verbaut“ haben. Die Vertretung der Europäischen Kommission am Brandenburger Tor, der Bundestag, der Hackesche Markt mit dem Chamäleon Theater an einem Abend und eine Fahrt auf der Spree waren weitere Punkte auf dem Programm. Die Reise mit der Bahn, die Nutzung des ÖPNV und das wunderbare Sommerwetter trugen zu der sehr erfolgreichen Reise bei.

Im Juli kurz vor Beginn der Sommerpause unterstützte unser Verein wieder die Ausrichtung von zwei Preisverleihungen an zwei Schulen im Hochtaunuskreis, die Preise und Urkunden an die Sieger und Siegerinnen im 72. Europäischen Wettbewerb an Schulen gewonnen hatten.

Am 9. September hatten wir im Bürgerhaus in Steinbach den ehemaligen hessischen Innenminister Gerhard Bökel zu Gast, der mit seinem zweiten Buch über die Deutsche Besatzung und die französische Résistance in der Aquitaine und in Bordeaux im Zweiten Weltkrieg berichtete. Besonders interessant war, dass bei den deutschen Besatzern für die Deportation der Juden und die Verfolgung der Résistance ein freigestellter Frankfurter Richter als Polizeikommissar verantwortlich war, der nach dem Krieg und nach seiner Rückkehr nach Deutschland sehr bald wieder Richter wurde.

Das Jahr 2025 schloss im November mit der Neuwahl unseres Vorstandes. Der alte Vorstand blieb bis auf eine Ausnahme der alte. Wir haben allerdings als Beisitzerin nun ein wesentlich jüngeres Mitglied gewinnen können.