Zu Beginn des Neujahrsdialogs begrüßte die Vorsitzende Hildegard Klär die Staatssekretärin für Europa- und Bundesangelegenheiten, Karin Müller, die trotz Schnee und Glätte pünktlich im Rathaus Oberursel eingetroffen war.
Zunächst nutzte sie die Gelegenheiten im Großen Saal, um mit einigen Gästen – noch mit einem Glas Sekt in der Hand – Gespräche zu führen. Der Saal war sehr gut besetzt und die vier jungen Bläser aus der Big Band des Gymnasiums Oberursel schafften mit ihren Posaunen schnell Ruhe für den Beginn des öffentlichen Teils der Veranstaltung. Ihre Musik stand unter dem Titel „Shalom“, den sie mit Blick auf den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zwei Tage zuvor, gewählt hatten. Bevor die Staatssekretärin zu Wort kam, trug Hildegard Klär zum Abschluss ihrer kurzen Begrüßung einen Wunsch an die Staatsekretärin vor, der an die Landesregierung gerichtet war. Sie würde es sich sehr wünschen, wenn die Zahl der hessischen Europaschulen vergrößert würden. Im Vergleich zu dem kleineren Rheinland-Pfalz mit 100 Europaschulen habe Hessen nur 39 mit dieser Auszeichnung. Die Rolle der Bildung sei als Katalysator für die Bedeutung und die Wertschätzung der Europäischen Union müsse an den Schulen ernsthafter betrachtet werden als bisher. Dazu böten sich die Europaschulen in besonderer Weise an.
Im Anschluss blickte Staatssekretärin Müller in ihrer zweiteiligen Rede zunächst auf die neuen Krisen, die gerade durch die wilden Entscheidungen des US-Präsidenten in Sachen Grönland weiter Fahrt aufgenommen hatten. Dieses wäre ein direkter Angriff auf die NATO, so Karin Müller. Im zweiten Teil ging sie auf die Bedeutung des EU-Binnenmarkts ein, der für das wirtschaftsstarke Hessen eine besondere Rolle spiele. Sie erwähnte auch die drei Institutionen der Europa-Union, deren Sitze in Frankfurt liegen – die EZB, die europäische Behörde für Versicherungen und seit Kurzem die AMLA, die eine EU-Behörde gegen Geldwäsche ist. Sie betonte außerdem die Bedeutung der Hessischen Landesvertetung in Brüssel und des Europa-Netzwerks der Staatskanzlei, das von Wiesbaden aus Verbände und Gruppen im gesamten Bundesland bei europäisch orientierten Aktivitäten unterstützt.
Nach dem Redebeitrag gab es mehrere Fragen aus dem Publikum, bevor die Kaffee- und Kuchenbar eröffnet werden konnte und für lockere Gespräche eine gute Gelegenheit ergab..