Die Neugierde auf den digitalen Euro war groß. Die Stühle in dem Raum auf der unteren Etage der Oberurseler Stadthalle reichten nicht aus. Es mussten weitere herangeschleppt werden, um allen, die der Einladung der Europa-Union Hochtaunus in der letzten Septemberwoche gefolgt waren, einen Platz anzubieten. Der Experte der Deutschen Bundesbank in Hessen, Björn Beckmann, war bestens vorbereitet auf das Thema „Der digitale Euro in digitalen Zeiten“. Den Vergleich der Funktionsweisen zwischen unserem Bargeld und dem digitalen Euro machte er auf verständliche und manchmal auch unterhaltsame Art und Weise sehr deutlich. Dass die Nutzung des digitalen Geldes anders verläuft als bei unserem Geld, mit dem uns die Banken versorgen, machte Beckmann zusätzlich mit ein paar farbigen Strichen auf der Flipchart beim Sprechen sehr klar. Die Tatsache, dass das Bargeld erhalten bleibt, wurde nicht weiter diskutiert.
Die Antwort auf die Frage, warum die Digitalität unserer Währung so wichtig sei, erläuterte der Referent sehr überzeugend. Der digitale Euro ist nämlich weit mehr als ein modernes Zahlungsmittel: Er ist eine strategische Investition in Europas monetäre Souveränität. Denn wenn wir heute mit unseren Karten oder mit PayPal, Apple Pay und allen weiteren Zahlungsdiensten dieser Art zahlen, begeben wir uns in die Abhängigkeit von großen US-Konzernen, die damit gut Geld machen. Mit der Einführung des digitalen Euro wären alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft in den Euroländern unabhängig von diesen Anbietern, die politisch instrumentalisiert werden könnten. Am Ende des spannenden, hochaktuellen Abends war allen Anwesenden klar, dass es in der derzeitigen Lage richtig war, eine Entscheidung auf europäischer Ebene zu treffen. Schon 2024 entschieden der Europäische Rat und die Europäische Kommission, den digitalen Euro einzuführen. 2027 soll es so weit sein, so der Experte der Bundesbank, dass der digitale Euro auf den Weg gebracht werden kann.